Worlds End
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Mopped fahren
die R1100S
das Ende

Das Ende der R1100S


Leider.

Am 14.07.02 wurde das Leben der ersten R1100S beendet. Und realistisch und drastisch gesprochen nur mit Glück nicht auch meins.

Ich hatte einen schweren Verkehrsunfall. Ich bin bei Landstraßengeschwindigkeit mit einem entgegenkommenden Auto zusammengestoßen.

Ich hatte viel Glück und habe mich im Verhältnis zum Geschehenen nur sehr wenig verletzt. Meine Bilanz:

  • rechts Schlüsselbein gebrochen
  • linke Hüfte ausgerenkt, dabei wurde ein winziges Knochenstück von Oberschenkelhals abgesplittert
  • linke Kniescheibe gebrochen
Das ist wohl akzeptabel. Nach eineinhalb Wochen Krankenhaus konnte ich schon wieder heim. OPs waren zum Glück nicht erforderlich. Nach zwei Wochen war ich meine Krücken los und konnte wieder frei laufen. Treppensteigen (besonders abwärts) ging da noch sehr mühsam. Ich war für drei Wochen lang täglich zur Physiotherapie. Nach fünf Wochen konnte ich schon wieder arbeiten gehen. Laufen, Treppensteigen und Schwimmen war da schon normal möglich. Die Ärzte waren mit dem Heilungsprozeß recht zufrieden.

Hier die Antworten auf die häufigsten mir gestellten Fragen:

  • Wie konnte das geschehen?
    Das war Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens. Das Verfahren ist gegen Zahlung einer Geldsumme an die Verkehrswacht Gera eingestellt worden.
    Ich habe wohl die landschaftlichen Gegebenheiten und damit insbesondere den Straßenverlauf fehlerhaft interpretiert. Ich habe eine weite und gut einsehbare leere Linkskurve gesehen und begonnen, zu überholen. Tasächlich war da aber eine S-Kurve, eingeleitet von einer recht scharfen und von einer Böschung verdeckten Rechtskurve. Die Böschung hat das entgegenkommende Auto verdeckt.
    Eine sehr unangenehme Überraschung und etwas, das mich nachdenklich macht. Ich hoffe, ich werde in Zukunft den tatsächlichen Straßenverlauf noch gewissenhafter ermitteln, bevor ich zu überholen beginne.
  • Warst Du bei Bewußtsein?
    Ja. Ich habe alles mitbekommen. Allerdings ging der eigentliche Unfall so schnell, daß da wenig Zeit zum Denken war.
    Oh, Einschlag, Flug, Aua, Mist. Zu mehr hat's nicht gereicht.
  • War jemand da, der Dir geholfen hat?
    Ja. Ich hatte sehr gute Ersthelfer, die mir sehr beigestanden haben, bis der Notarzt eintraf. Sie waren sehr umsichtig und haben das wichtigste gemacht, was man für einen Verletzten tun kann: Sie haben sofort und ohne Zögern geholfen und sie haben mich vom Geschehen abgelenkt. Ich bin den Ersthelfern sehr dankbar.
  • Hattest Du Schmerzen und hast Du gleich gewußt, was kaputt war?
    Ich hatte kaum Schmerzen. Offensichtlich funktioniert bei mir der körpereigene Schockmechanismus sehr gut. Ich wußte sofort, daß ich mir das Schlüsselbein gebrochen hatte. Ich merkte die starke Schwellung der Hüfte, ohne zu ahnen, was da passiert war (hat mich aber sehr beunruhigt) und ich wußte, daß irgendwas mit dem Knie ist. Mehr nicht.
  • Hat das Einrenken der Hüfte sehr weh getan?
    Nein. Das wurde erst im Krankenhaus und dort unter Vollnarkose gemacht. Ich habe aber schon im Notarztwagen Schmerzmittel erhalten.
  • Wie war das mit dem Abnehmen des Helmes
    Lustig. Da wollten die Ersthelfer nicht ran, weil ich ja bei Bewußtsein war. Ich mußte ihnen erst klar machen, daß das nicht so bleiben muß und daß es in diesem Falle eher ungünstig wäre, wenn der Helm noch drauf wäre. Die Ersthelfer haben das dann vorbildlich gemacht. (Kopfunterstützung mit leichtem Zug am Kopf bei überstrecktem Hals durch einen Helfer, Öffnen des Helms und Abnehmen über das Gesicht durch einen zweiten Helfer, vorsichtiges Ablegen des Kopfes auf einer bereitgestellten Unterlage so, daß der Hals weiter leicht überstreckt ist und sich der Kopf nicht seitlich bewegen kann)
  • Wirst Du wieder Motorrad fahren?
    Ja. Die Entscheidung fiel im Herbst 2002 nach einer Fahrt mit einem Leihmotorrad.

Hier nun ein paar Bilder von der Maschine nach dem Unfall. Die Maschine ist vollständig hin.Totalschaden.

Diese Seite sieht noch ganz gut aus.

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Diese Seite schon nicht mehr. Man beachte den fehlenden Zylinder.

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Aus der Nähe sieht das dann so aus:

Der Kolben schaut aus dem Zylinder heraus, rechts daneben hägt die Steuerkette.

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Hier ist übrigens der abgerisene Zylinderkopf mit einem Stück Krümmer:

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Das Vorderrad hat's auch nicht überlebt:

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Außerdem ist natürlich die Verkleidung gerissen. Der Schlag dort war offensichtlich recht heftigt, denn der unter der Verkleidung befindliche Tank ist an dieser Stelle ebenfalls gerissen. Da klafft ein im Durchmesser ca. 5 cm großes Loch:

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Der Motorblock ist gerissen und der Rahmen, nun ja, formverändert, die Aufnahme des Rahmenhecks ist gerisssen (beidseitig und praktischer Weise natürlich die am Hauptrahmen befindlichen gegossenen Alu-Ösen):

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Tom Bihr - Seite zuletzt geändert am 26.01.2003